Sascha Schneider, HWK Schwaben

Dankeschön-Veranstaltung würdigt Engagement HWK stellt Prüfer*innen ins Rampenlicht

Ehrenamtliche Prüferinnen und Prüfer leisten jedes Jahr einen enorm wichtigen Beitrag für die berufliche Bildung im schwäbischen Handwerk. Rund 2.000 Ehrenamtliche engagierten sich im vergangenen Jahr im Prüfungswesen der Handwerkskammer für Schwaben (HWK). Sie nahmen 2025 insgesamt 662 Meisterprüfungen, 2.837 Gesellenprüfungen sowie 234 Fortbildungsprüfungen ab und investierten dafür rund 60.000 Arbeitsstunden. Dieses außergewöhnliche Engagement würdigte die HWK Schwaben nun mit einer großen Dankeschön-Veranstaltung mit dem Titel „Danke@Ehrenamt“ in der WWK-Arena des FC Augsburg.

Für die Veranstaltung wurde bewusst der 23. Mai gewählt, der von Deutschlands Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier anlässlich des 77. Geburtstags des Grundgesetzes zum bundesweiten Ehrentag aufgerufen wurde. Knapp 200 Prüferinnen und Prüfer folgten der Einladung der HWK Schwaben.

 

Große Bedeutung für Handwerk und Gesellschaft

HWK-Präsident Hans-Peter Rauch betonte in seiner Ansprache die große Bedeutung des Ehrenamts für das Handwerk und die Gesellschaft: „Sie investieren jährlich Tausende Stunden ehrenamtliche Arbeit für das Prüfungswesen im Handwerk. Sie nehmen Tausende Gesellen-, Abschluss-, Meister- und Fortbildungsprüfungen ab. Und Sie tun das zusätzlich zu Ihrem eigenen Berufsalltag, zusätzlich zur Verantwortung im Betrieb und oft auch zusätzlich zu Familie und Privatleben. Dafür gebührt Ihnen großer Respekt.“

Rauch zog Parallelen zwischen Fußball und Handwerk. Erfolg entstehe nie allein, sondern immer durch das Zusammenspiel vieler Menschen im Hintergrund. „Sie sorgen dafür, dass unser Ausbildungssystem verlässlich funktioniert – praxisnah, fair und mit hohen Qualitätsstandards“, sagte der HWK-Präsident an die Prüferinnen und Prüfer gerichtet. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels sei dieses Engagement wichtiger denn je.

Auch HWK-Hauptgeschäftsführer Ulrich Wagner hob die Bedeutung des Ehrenamts hervor. „Unsere Prüferinnen und Prüfer sorgen mit ihrem Fachwissen und ihrer Erfahrung dafür, dass fachliche Standards erhalten bleiben und Prüfungen praxisnah durchgeführt werden können“, erklärte Wagner. Gleichzeitig dankte er den Ehrenamtlichen für ihren persönlichen Einsatz und die Bereitschaft, Verantwortung für die Zukunft des Handwerks zu übernehmen.

 

Gemeinsame Werte von Sport und Handwerk

Gastredner Markus Krapf, Präsident des FC Augsburg, unterstrich die vielen Gemeinsamkeiten zwischen Sport und Handwerk. „Talent allein reicht nicht aus – weder im Sport noch im Handwerk. Es braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen und sich engagieren“, sagte Krapf. Gerade ehrenamtliches Engagement sei unverzichtbar: „Ohne Ehrenamt gäbe es in Deutschland keinen Fußball.“ Viele Werte wie Teamgeist, Leistungsbereitschaft und Leidenschaft würden Sport und Handwerk eng miteinander verbinden.

Die ehrenamtlichen Prüferinnen und Prüfer bringen dabei nicht nur ihre fachliche Kompetenz ein, sondern oft auch viel Fingerspitzengefühl. Gerade bei praktischen oder mündlichen Prüfungen begleiten sie junge Menschen in besonders wichtigen Momenten ihres Berufslebens. Sie geben Orientierung, vermitteln Sicherheit und sorgen dafür, dass Prüfungen nicht nur fair, sondern auch praxisnah und menschlich ablaufen. Damit leisten sie weit mehr als reine Prüfungsarbeit – sie prägen die nächste Generation des Handwerks aktiv mit.

 

Ehrenamt mit Herzblut

Wie wichtig Menschlichkeit und Unterstützung im Prüfungswesen sind, schilderte Birgit Kizar, Obermeisterin der Friseur- und Kosmetikerinnung Augsburg sowie stellvertretende Vorsitzende des Meisterprüfungsausschusses der Friseure. Sie engagiert sich seit Jahren ehrenamtlich und begleitet junge Menschen durch ihre Prüfungen. „Es muss ordnungsgemäß sein und im Rahmen aller Vorgaben ablaufen – aber trotzdem sollte man menschlich bleiben und den Prüflingen die Angst nehmen“, sagte Kizar. Das Ehrenamt sei für sie längst mehr als nur eine Aufgabe: „Ich sehe es als leidenschaftliches Hobby.“

Auch Ulrich Schropp, stellvertretender Schulleiter der Berufsschule VI Augsburg und Mitglied im Prüfungsausschuss der Maler und Lackierer, engagiert sich seit vielen Jahren im Ehrenamt. Seine Motivation sei vor allem die Arbeit mit jungen Menschen: „Mein Ziel ist es, möglichst viele von ihnen in eine Ausbildung zu bringen.“ Die ehrenamtliche Arbeit gebe ihm viel zurück: „Man hat immer das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun.“ Besonders schätze er den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen bei Veranstaltungen wie dieser: „Im Alltag geht das oft unter.“

 

Blick hinter die Kulissen der Arena bei Stadionführungen

Neben der kulinarischen Begleitung standen bei der Veranstaltung Stadionführungen durch die WWK-Arena auf dem Programm. Dabei konnten die Prüferinnen und Prüfer einen Blick hinter die Kulissen des FCA werfen und den Nachmittag für lockere Gespräche und einen fachlichen Austausch nutzen.

Die Veranstaltung „Danke@Ehrenamt“ zeigte einmal mehr: Ohne die vielen Ehrenamtlichen wäre die hohe Qualität der beruflichen Bildung im schwäbischen Handwerk nicht machbar. Ihnen gebührt eine besondere Wertschätzung.

Zahlen zum Ehrenamt in Schwaben in 2025:

  • Etwa 2000 Ehrenamtliche
  • 662 Meisterprüfungen
  • 2.837 Gesellenprüfungen
  • 234 Fortbildungsprüfungen durchgeführt
  • ca. 60.000 Arbeitsstunden

 Bilder der Veranstaltung zum Download finden Sie hier.

Sascha Schneider

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